Bad Nenndorf ist eine lebens- und liebenswerte Stadt am Rande des Deisters im Landkreis Schaumburg
- und hat seit 2018 eine BI, die sich für eine sinnvolle und nachhaltige Bebauung einsetzt!
Stets neue Baugebiete zu entwickeln, schien in Bad Nenndorf zu einer schlechten Tradition geworden zu sein. Angetrieben von Investoren (meist Banken) wurde immer mehr Fläche in Neubaugebiete gewandelt. Trotz dem damit einhergehendem Verlust von wichtigen Erholungs- und Ackerflächen und Frischluftschneisen wurde munter weiter geplant und gebaut. Das konnte so nicht mehr weitergehen.
Ist der Bedarf im ländlichem Raum tatsächlich noch da oder werden die Wohnungen nicht eher in den großen Ballungsräumen benötigt? Wieviel Wachstum verträgt Bad Nenndorf überhaupt noch?
Diese und viele andere Fragen stellt sich die BI Lebenswertes Bad Nenndorf immer aufs Neue und möchte gemeinsam mit der Politik sinnvolle Lösungen zur Wohnraumentwicklung erarbeiten.
Wie sich zeigt, ist bei der aktuellen Lage - Wirtschaftskrise, hohe Zinsen und immense Baukostensteigerungen, Kriege in der Ukraine und in Nahost - der künstliche Bau- und Immobilienboom stark eingebrochen. Nach dem historisch Tiefstand in 2024 nahm die Zahl der erteilten Baugenehmigungen im niedersächsischen Wohnbau im Jahr 2025 mit +9,1% zwar wieder zu, ist aber immer noch weit entfernt von den Boomjahren.
Im September 2022 wurden im Samtgemeinderat für Bad Nenndorf 17,8 ha Potentialflächen zur Wohnbebauung festgelegt - In der kompletten Samtgemeinde sind es sogar 33,6 ha. Alle Flächen könnten je nach Bedarf bis 2035 bebaut werden. Das ist viel zu viel und widerspricht dem 2018 beschlossenen Wohnraumversorgungs-konzept.
Alleine die 17,8 ha Potentialfläche bedeuten für Bad Nenndorf einen Zuwachs von knapp 800 Wohnungen in Ein- und Mehrfamilienhäusern. Die Hauptgebiete sind im Westen "Westlich Hohefeld" (Sparkasse, 28) und "Südlich Auf dem Lay" (Volksbank, 32). Im Osten sind es zwei größere Gebiete am Wachtland (Auf dem Berge, 30+31), die die Stadt selbst entwickelt und vermarktet.
Leider wurde den Gebieten der Banken im Westen der zeitliche Vorzug eingeräumt. Das Gebiet der Sparkasse Westlich Hohefeld ist bereits in der Erschließung.
Es wird dringend Zeit, dass die Stadt mit der Erschließung der kommunalen Flächen im Osten beginnt, um bei der Vermarktung der städtischen Baugebiete nicht in Konkurrenz mit den Banken treten zu müssen. Die kommunalen Baugebiete würden auch sicher Geld in die nach der Landesgartenschau leeren Kassen der Stadt spülen!
Immerhin tauchen in dem im Oktober 2025 beschlossenen neuen Landschaftsplan der Samtgemeinde (Auszug im Bild rechts) keine weiteren Potentialflächen für Baugebiete auf.
Ausschnitt aus dem Landschaftsplan für die Samtgemeinde Nenndorf / Quelle Homepage der Samtgemeinde Nenndorf
Was weiterhin fehlt, sind günstige, zentrumsnahe und seniorengerechte Wohnungen. Also Innenentwicklung. Unser hiesiges Bauamt ist der Meinung, "dass gehe doch von alleine". Eine vernünftige Innenentwicklung ist zu planen und darf nicht sich selbst überlassen werden! Die Innenentwicklung muss weiter vorangetrieben werden, um zukünftig keine Flächen im Außenbereich mehr zu versiegeln. Unter ECHTER Innenentwicklung versteht die BI z.B. die aktive Unterstützung bei Sanierungen/Umbauten oder Förderung von "Jung kauft Alt" oder die Schaffung von Mehrgenerations-Wohnquartieren.
Das verfallende ehemalige Harms-Gelände und seit neuestem auch das leerstehende ehemalige Raiffeisengebäude sind hässliche Industriebrachen. Nichts wäre besser, als diesen Gebieten neues Leben einzuhauchen und dafür an anderer Stelle wertvolle Ackerflächen zu erhalten, oder? Für die aktuell stattfindende Landesgartenschau ist es zudem ein unschönes Entree für Besucher, die aus Westen über die B65 anreisen.
Nicht die Menschen, die immer gewinnen sind die stärksten, sondern die, die niemals aufgeben.



